Familienleben + COVID-19

Im weiteren finden Sie Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Thema Familie, Covid-19 Krise und wie Sie die Herausforderung als Familie gut bewältigen können. Durch klicken auf die Überschrift werden die Antworten eingeblendet (Diese Seite wird beständig erweitert und aktualisiert).

einblenden Alltag zu Hause – Was können wir tun, damit wir einen guten Familienalltag haben?

Sie fragen sich: „Wie kann ich in der aktuellen Krisensituation so gut es geht den Alltag aufrechterhalten? Ist das überhaupt sinnvoll? Überall herrscht der Ausnahmezustand: Die Kinder gehen nicht in die Schule, gewohnte Verabredungen fallen weg und die üblichen Nachmittagsaktivitäten sind nicht mehr möglich. Und dabei haben wir ja keine Ferien. Dürfen wir da einfach so in den Tag hinein leben?“

In der aktuellen Situation sind die gewohnten Alltagsstrukturen aufgebrochen und wir nehmen wahr, dass es uns an Orientierung fehlt. Viele liebgewonnene Gewohnheiten und Tätigkeiten müssen wir aufgeben und selbst das, was wir sonst möglicherweise lästig finden, scheint jetzt zu fehlen. Wir befinden uns in einem Zustand, der auf der einen Seite viele neue Regeln und Einschränkungen mit sich bringt und auf der anderen Seite auch viel Freiheit aufweist.

Es ist nicht leicht, sich in dieser Situation zurechtzufinden und den Alltag für sich und die Familie sinnvoll zu gestalten. Es müssen neue Strukturen gefunden werden.

Gewohnte Abläufe bieten Sicherheit und stärken das Vertrauen, dass irgendwann auch wieder Normalität einkehren wird. Auch wenn zur Zeit viele gewohnte Tätigkeiten, Tagesabläufe und Termine entfallen, können Sie für sich und Ihre Familie bestimmte Dinge aufrecht erhalten, andere anpassen. Es gilt hier bewusst damit zu experimentieren, wie viel an alten Gewohnheiten aufrecht erhalten werden kann und soll und wo sich auch neue Gewohnheiten etablieren dürfen. Hier bietet sich auch die Chance, neue Erfahrungen zu machen und daran zu wachsen.

Konkret heißt das: Überlegen Sie gemeinsam als Familie, wie ihr Tag aussehen kann. Bleibt man bei der gewohnten Zeit des Aufstehens und Frühstücks oder gönnt man es sich, länger zu schlafen (so denn alle Familienmitglieder zu Hause bleiben)? Wenn nicht mehr alle pünktlich das Haus verlassen müssen, kann man die Zeit nutzen, um in Ruhe miteinander zu frühstücken und zu besprechen, wie der Tag ablaufen kann.

Geben Sie sich und Ihren Kindern eine Struktur, indem Sie den Tag einteilen und miteinander vereinbaren, wann z.B. Lernzeiten eingerichtet werden und Schulaufgaben gemacht werden, wann sie gemeinsame Zeit verbringen können und wollen und auch, wann jeder eine Auszeit nehmen darf. Das heißt nicht, dass Sie sich immer genau an alle Zeiten halten müssen. Es geht darum, Orientierung zu geben und Sicherheit zu vermitteln. Miteinander zu besprechen, wie der Tag gestaltet werden kann, heißt auch, gemeinsam auszuprobieren, wie Abläufe einmal ganz anders aussehen können als sonst. Experimentieren Sie miteinander und geben sich und Ihrer Familie die Chance, Neues miteinander zu entdecken. Vielleicht stellen Sie fest, dass ein Familienmitglied ein freiwilliger Frühaufsteher ist und alle anderen mit Frühstück versorgt? Was auch immer Sie miteinander erleben, geben Sie sich und Ihrer Familie die Möglichkeit, neu zu entdecken, welche tollen Fähigkeiten in Jedem schlummern und was Ihnen gemeinsam gut tut. Nehmen Sie sich gemeinsam kleine Projekte vor und beleben alte, vielleicht in Vergessenheit geratene Dinge wieder (Vorlesen, gemeinsames Spiel). Achten Sie auch darauf, dass jeder genug Zeit für sich alleine hat und Sie als Eltern etwas für sich tun können.

Alltag in Zeiten von Corona heißt eben, sich neue Strukturen und Gewohnheiten zu schaffen und dabei die Chance wahrzunehmen, zu entdecken, dass Veränderung auch gut tun kann. Wir wünschen Ihnen dabei viel Mut, Freude und Durchhaltevermögen.

Eine sehr gutes Infoblatt der Aetas Kinderstiftung zum Thema: "Kindern Orientierung geben" finden sie ja.gif... hier

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einblenden Kinder und Corona-Ängste – Sollten Ängste angesprochen oder vorsorglich zurückgehalten werden?

Die Kinder erleben aktuell, sehr viel Unsicherheit, weil ihre gewohnten Tagesstrukturen und Freizeitaktivitäten nicht mehr möglich sind. Auch die Erwachsenen verhalten sich plötzlich ganz anders. Die Kinder kennen Sie als Erwachsene ganz genau und merken sofort, ob Sie besorgt, ängstlich oder wütend sind. Deswegen ist es wichtig, den Kindern nichts vor zu machen, sondern ihnen ehrlich Auskunft zu geben.

Achten Sie aber darauf, dass Sie gegenüber den Kindern die eigenen Ängste kontrollieren, um die Kinder nicht mit Ihren Gefühlen zu überfluten. Die Kinder wenden sich ja in dieser Situation an Sie als Eltern, um von Ihnen Sicherheit und Geborgenheit zu erfahren.

Sollten Ihnen die eigenen Gefühle über den Kopf wachsen, holen Sie sich Unterstützung durch den Austausch mit anderen Erwachsenen. Manchmal können auch Entspannungstechniken zur Beruhigung helfen. Sie können unter „YouTube“ oder „Spotify“ im Internet „Autogenes Training“ oder „Progressive Muskelentspannung“ oder „Phantasiereisen“ herunterladen, die helfen können, den Körper und damit auch die Seele zu beruhigen.

Wenn Sie mit den Kindern über die Situation sprechen, ist es wichtig, dass Sie auf alle Fragen der Kinder ehrlich und ohne Wertung eingehen. Teilen Sie den Kindern mit, warum alles so anders ist und was die Kinder tun können, damit das Virus nicht so viele Menschen krank machen kann. Wissen gibt Sicherheit und die Kinder werden sich lieber an Regeln halten, die sie auch verstehen.

Achten Sie darauf, wann es den Kindern zu viel wird und geben Sie den Kindern die Erlaubnis, ihre Gefühle zu zeigen. Sätze wie: „Du brauchst keine Angst zu haben“, „Wein doch nicht“ oder die Wut zu verbieten sind nicht hilfreich. Zeigen Sie Verständnis für die Gefühle der Kinder, und verbinden Sie sich darüber mit den Kindern. Sie können z.B. sagen: „Ich sehe, dass Du traurig bist. Mir geht es auch so“. „Ich kann Deine Wut so gut verstehen, es wäre so schön, wenn ….“, „Auch ich habe manchmal Angst. Weißt Du, was ich dann mache ….“ Meist lassen sich Kinder gerne durch die wertschätzende Nähe der Eltern trösten.

Mittlerweile gibt es einige Videos im Internet, die mithelfen können, Kindern den Umgang mit dem Virus zu erklären. Die Stadt Wien z.B. hat ein sehr schönes Video veröffentlicht, das man auf YouTube gemeinsam schauen und dann darüber sprechen kann.

Eine sehr gutes Infoblatt der Aetas Kinderstiftung zum Thema: "Kindern Corona erklären" finden sie ja.gif... hier

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einblenden Schule und Hausaufgaben - Wie können Sie ihre Kinder angemessen beim Lernen unterstützen?

Schule aus, wir gehn nachhaus!So heißt es dieser Tage in der Corona-Krise. Was viele Kinder als Ferien verstehen, sind allerdings keine. Denn das Lernen soll bis zu den Osterferien zuhause stattfinden. Dafür werden sie von ihren Lehrkräften mit Unterrichtmaterialien versorgt. Dieser Zustand stellt Eltern vor ganz neue Herausforderungen. Während früher „nur“ Hausaufgaben zuhause gemacht werden mussten, soll nun regelmäßig deutlich mehr Schulstoff bearbeitet werden.

Wichtig für Sie als Eltern ist:

einblenden Familie und Freunde - Mit wem darf mein Kind nun noch spielen?

Kinder brauchen Sozialkontakte. Für sie ist es besonders schlimm, dass nun Schulen oder Kindertagesstätten geschlossen haben. Großeltern dürfen nicht mehr besucht werden und viele Kinder haben zu Hause nicht einmal Geschwister, mit denen sie spielen können. Die Eltern sind nun meist zu Hause, müssen aber oft im Homeoffice arbeiten. Draußen sind die Spielplätze geschlossen und die Kinder dürfen auch nicht mehr mit größeren Gruppen auf dem Hof oder im privaten Garten spielen (Ausnahme nur, wenn es Geschwister sind). Das ist eine schwierige Situation, die den Familien da abverlangt wird.

Zum jetzigen Zeitpunkt halten wir Treffen mit dem besten Freund/der besten Freundin für vertretbar, wenn diese Kinder bislang sowieso miteinander gespielt haben. Es sollten sich aber immer nur diese beiden Kinder treffen, damit es keine Durchmischung gibt und das Virus sich nicht ausbreiten kann. Falls jemand in der Familie Anzeichen einer Erkältung hat, muss der Kontakt mit dem Kind aus dieser Familie für eine Zeit von wenigstens zwei Wochen ausgesetzt werden.

Dasselbe gilt, wenn sich herausstellt, dass jemand Kontakt zu einem Corona-Erkrankten hatte. Auch für Familien mit Kindern gilt die medizinische Vorgabe: je kleiner die Gruppe ist, in der wir bleiben, desto besser ist es.

Sollte sich die Gefährdungslage im Land zuspitzen, könnten auch massivere Einschränkungen auf uns zukommen. Dann können leider auch diese Sozialkontakte nicht mehr aufrecht erhalten werden.Über Face-Time und Skype können sich die Freunde wenigstens sehen und sprechen. Je besser sich alle an die Regeln halten, desto schneller geht diese Zeit auch wieder vorbei. Darüber hinaus werden sich alle Kinder freuen, wenn ihre Eltern die Zeit finden, um selbst mit ihnen zu spielen. Daran werden sich die Kinder bestimmt auch später gerne zurück erinnern.

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einblenden Kinder und Corona-Ängste - Kann die Oma denn sterben, wenn sie dieses Corona kriegt?

Kinder merken, dass die Erwachsenen nun viel über den Corona-Virus sprechen. In den Nachrichten hören sie, wieviele Menschen gerade daran verstorben sind und in den Zeitungen stehen Leitartikel wie „Es geht um Leben und Tod“. Bei Kindern löst das diffuse Ängste aus. Es ist Zeit mit ihnen darüber zu reden – aber wie?

Wenn Sie merken, dass ihr Kind schon etwas über die Krankheit Corona gehört hat, fragen Sie es, was es denn darüber weiß und denkt. So erfahren sie am besten, ob ihr Kind verängstigt ist und ob es sich Sorgen macht. Und Sie merken auch, ob Sie irgendwo einhaken und aufklären müssen.

Sprechen Kinder von selbst die Angst an, die Großeltern oder andere aus der Familie könnten daran sterben, gilt es, die Angst nicht klein zu reden. Ihr Kind setzt sich dann offenbar mit dem Thema Tod auseinander. Greifen Sie das auf, fühlt ihr Kind sich darin gesehen und ernst genommen.

Sie können Ihr Kind beruhigen, falls es Angst hat, selbst gefährdet zu sein. Bei gesunden Kindern zeigt sich Corona eher als leichte Erkältung. Jüngere Menschen scheinen deutlich weniger gefährdet als ältere und solche, die schon an einer anderen Krankheit leiden. Schon immer war es so, dass eine Krankheit für ältere Menschen schlimmer ausgehen kann. Wir alle werden irgendwann sterben und immer wird eine Krankheit die Ursache sein.

Reden über den Tod ist heutzutage nur selten Teil der Erziehung, weil Eltern ihre Kinder vor dessen Schrecken schützen möchten. Trauerbegleiter raten aber, Kinder schon frühzeitig – auch ohne konkreten Anlass – mit dem Tod vertraut zu machen. Das macht es einfacher wenn der Tod irgendwann mal Realität wird. Wenn Kinder auch darüber Bescheid wissen, sind sie besser vorbereitet. In einer Situation, wo noch niemand ernsthaft erkrankt ist, können die Eltern auch am besten Ruhe, Stärke, Zuversicht und Schutz vermitteln. Nehmen Sie ihr Kind bei dem Gespräch auf den Schoß oder in den Arm, dann fühlt es sich auch bei diesem schweren Thema sicher und geborgen.

Beantworten Sie möglichst offen alle Fragen, die in dem Moment entstehen. Aber gehen Sie immer nur so weit, wie die Fragen von Ihrem Kind selbst kommen. Spricht es selbst nicht über dieses Thema oder werden ihm Ihre Erläuterungen irgendwann zu viel, sollten Sie es nicht aktiv bedrängen oder von sich aus auf diese Gefahr hinweisen. Aber bleiben Sie Ihrem Kind gegenüber aufmerksam, damit Sie reagieren können, sobald es das Thema beschäftigt oder es neue Fragen stellt.

Ihr Kind sollte aber auch wissen, dass man an Corona nicht gleich stirbt, wenn man es doch bekommt und dass das auch bei alten Menschen selten der Fall ist.

Zum Glück ist meist noch niemand erkrankt und Sie können gemeinsam viel dafür tun, dass das auch so bleibt.

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einblenden Getrennte Eltern und Umgangsrecht - Wie können Sie jetzt den Umgang Ihrer Kinder zum anderen Elternteil gestalten?

Viele getrennt lebende Eltern sind zurzeit verunsichert, wie sie den Umgang während der Corona-Pandemie gestalten sollen. Wie können sie ihre Kinder schützen?

Auch während der Kontaktsperre besteht weiterhin das Umgangsrecht zwischen Kindern und beiden Elternteilen. Sie greift in den privaten Bereich nicht ein. Gerichtliche oder auch anderweitige Umgangsvereinbarungen behalten ihre Gültigkeit.

Dabei gilt es, die allgemeingültigen Schutzmaßnahmen bezüglich der Coronaansteckung einzuhalten, insbesondere hinsichtlich der besonders gefährdeten Personen, z. B. wenn Oma oder Opa bei einem Elternteil mit im Haushalt leben.

Die Sorge, dass ein Kind sich während der Übergabe ansteckt oder auf dem Weg zum anderen Elternteil verunfallt und dann nicht im herkömmlichen Sinne medizinisch behandelt werden könnte, gelten nicht als Grund für einen ausgesetzten Umgang.

Sollten der Krise geschuldet die vereinbarten Umgangsregelungen nicht mehr eingehalten werden können, weil z.B. die Mobilität durch öffentliche Verkehrsmittel eingeschränkt ist, sollten sich Eltern darüber mit dem anderen Elternteil austauschen und über eine Abänderung einigen. Gleiches gilt, wenn Urlaubsreisen, die für die Osterferien geplant waren, abgesagt werden müssen.

Wenn der Umgang also nicht wie gewohnt stattfinden kann, sind auch kreative Ideen wie Kommunikation via Skype, Facetime oder auch den Kontakt über das Telefon zu ermöglichen, willkommen.

In dieser noch nicht dagewesenen Ausnahmesituation sollen sich Eltern auf ihre gemeinsame Elternverantwortung besinnen und sich gegenseitig im Sinne ihrer Kinder auf ein u. U. angepasstes Umgangs- und Betreuungsangebot einigen.

Dem Text liegen Quellen des Bundesministeriums für Justiz und Verwaltung, der Landesregierung NRW und dem Verein alleinerziehender Mütter und Väter zu Grunde (zu finden unter: https://www.vamv.de/vamv-startseite/met). Eine Verlinkung der Quellen erfolgt nach Gestattung durch die Herausgeber.

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... Bleiben Sie gesund und schauen Sie nochmals vorbei, bald gibt es neue Beiträge.

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